11. Woche Haines – Skagway – Carcross – Good Hope Lake – Hyder- Prince George

11. Woche Haines – Skagway – Carcross – Good Hope Lake – Hyder- Prince George

Montag, Juli 17, 2023

Strecke: 1'855 km - Stimmung: Immer noch im grünen Bereich

Highlights der Woche

Simone: Schwimmender Weisskopfadler / Joos: Good Hope Lake

Der schnellste Weg in den Süden führt über Alaska. Da wir von unseren Bekannten erfahren haben, dass es am Zoll in Alaska schöne Stempel geben soll, möchten wir auch einen. Leider erhalten wir nicht wie erwartet einen schönen Elch oder Bären – nein es gibt ein Haus – eine Trading Post. Dafür steckt eine Geschichte dahinter. Die Grenze liegt am einstigen Pfad der Chilkat Native Americans zu ihren Jagdgebieten. Im 19. Jahrhundert, zu Zeiten des Goldrausch, wurde die Route als Verbindung zum Klondike Goldfield benutzt. Das Haus an der Grenze ist die alte Trading Post.

Haines

Angekommen in Haines sieht Simone einen schwimmenden Weisskopfadler im Meer. So tierlieb wie sie ist, möchte sie diesen natürlich sofort retten. Schliesslich sind es geschützte Tiere. Sobald wir näher kommen sehen wir, dass der Adler einen Fischschwanz hat. Hmm, ist er wirklich am Ertrinken? Nein natürlich nicht, der Adler hat sich einen riesigen Lachs gefangen den er am Strand ziemlich schnell mit seinem Schnabel auseinanderreisst und verspeist. Es wäre wahrscheinlich weniger gemütlich gewesen, wenn Simone ihn wirklich hätte retten wollen.

Am Abend fahren wir zu einem Campingplatz der am Fluss Chilkoot River liegt. Der River ist so speziell, da die Lachse jeweils von Juli bis September zum Laichen kommen. Wo es viele Lachse gibt, soll es auch viele Bären geben. Bären sind den ganzen Tag auf Futtersuche. Lachse von Angler sind eine einfache Beute. Angler und Lachse sehen wir einige aber leider wieder mal keinen einzigen Bären.  Wir versuchen es nochmals spätabends sowie frühmorgens indem wir mit unserem Bärenspray bewaffnet am Fluss entlang laufen. Die Bären haben sich wohl extra vor uns versteckt und uns im Wald insgeheim ausgelacht.

Skagway

Um 15.00 Uhr fährt unsere Fähre nach Skagway. Für die Überfahrt muss man zwei Stunden vorher einchecken. Wir sind uns von Italien wirklich anderes gewöhnt. Die aggressiven Mitarbeitenden mit Pfeife vermissen wir schon etwas. Bis alle Autos an Board sind geht es etwas länger, dafür total stressfrei. Camping an Board ist auch in Alaska möglich. Dafür wird das Zelt ganz einfach auf den Boden geklebt.

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Skagway ist eine sehr touristische Goldgräberstadt. Die Öffnungszeiten der Läden richten sich nach den Kreuzfahrtschiffen. Von denen hat es auch gleich einige im Hafen. Wir sind sehr hungrig und laufen somit direkt in die Touristenfalle. Für eine Mini Shareable Vorspeise, zwei Bier, eine Portion Pommes und einen Reindeer Hotdog bezahlen wir 85$. Ausserhalb der Ladenöffnungszeiten nach 17.00 Uhr gibt es in Skagway gar nichts zu sehen. Ohne die Schiffstouristen wird es zu einer Ghosttown. Wir fahren weiter zur Kanadischen Grenze und übernachten an einem sehr schönem See direkt neben einem Bach.

Carcross

Die Sicht ist wieder mal ganz schlecht. Es brennt immer noch an einigen Orten in Kanada. Wir fahren weiter und hoffen, dass sich der Rauch schnell verzieht. In Carcross legen wir einen kurzen Stopp ein und degustieren verschiedenste Ahornsirups, -butter und Birkensirupe. Der Birkensirup wird im Yukon gewonnen wobei der Ahornsirup aus dem Osten Kanadas kommt. In Carcross befindet sich auch die kleinste Wüste der Welt. Sie ist ein Überbleibsel aus der Eiszeit.

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Da der Rauch immer dichter wird fahren wir so weit wir können. Den Geruch mögen wir zwar, aber gesund kann das nicht sein. Ausserdem sieht die Landschaft ziemlich gespenstig aus. Vor einem Waldabschnitt werden wir angehalten. Wir dürfen zwar durchfahren, werden aber gebeten nicht zu stoppen. Das gibt uns nicht gerade das Gefühl der Sicherheit. Am Good Hope Lake finden wir unser Paradies.

Good Hope Lake

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Auf dem Weg nach Hyder treffen wir am Strassenrand auf eine Schwarzbärenfamilie. Sind die putzig.

Ein letzter Abstecher nach Alaska führt uns nach Hyder. Noch eine Ghosttown. Die Hauptattraktionen in dieser Kleinststadt sind Bären und der Solomon Glacier. Bären sehen wir selbstverständlich keine – aus welchen Gründen auch immer sind die Lachse noch nicht gekommen. Aber der Gletscher lohnt sich.

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In Kitwanga treffen wir auf Olaf. Er ist auch einer der vielen Verrückten die die Panamericana mit dem Velo machen. Da die Läden bei seiner Ankunft in Kitwanga bereits zu haben, laden wir ihn zu einer Wurst, Kartoffelstock und Gurkensalat aus unserer Küche ein. Jetzt sind auch wir mit unseren Vorräten ausgeschossen. In 120 km soll man aber einkaufen können. Dies ist für uns mit dem Auto bedeutend einfacher zu erreichen wie mit dem Velo. Er erzählt uns viel von seinen Abenteuern. Als Velofahrer kommst du bedeutend mehr in Kontakt mit den Einheimischen in Kontakt wie mit dem Bus. Aber tauschen möchten wir trotzdem nicht. 😊

Da es  überall brennt und aus diesem Grunde vieles nicht zugänglich ist und es dazu auch noch regnet (super für die Wälder), nutzen wir die Zeit um zu waschen, die Windschutzscheibe soweit zu reparieren damit sich der Riss nicht weiter ausbreitet, unsere Kleider zu waschen und weiter in den Süden zu fahren.

Unterschiede Alaska/Kanada und Gedanken dazu von joosontour

Themen Kanada Alaska joosontour
Strassen Im Norden vor allem Gravel Roads (Kiesstrassen) mit vielen vielen Löchern. Im Süden Teerstrassen und vor jeder kleinsten Unebenheit ein Schild mit Slow. Die Strassen sind mehrheitlich gut und geteert. Nur wenige Gravel Roads (Kiesstrassen) Joos liebt die Gravel Roads 😊 Das ist Abenteuer puur. Von einem Loch ins Andere hüpfen macht Spass. Unsere Frontscheibe hat auch ein paar Souvenirs mitgenommen. Die slow Schilder werden von den Velofahrern abmontiert und als persönliches Warnsignal benutzt – eines weniger oder mehr wird niemand bemerken.
Internet Internet, was ist das? Sowas muss es wohl in Grossstädten geben Ziemlich weit verbreitet. Nur in ganz abgelegenen Regionen gibt es gar kein Internet In British Columbia kann man gut 1000 km fahren bis man wieder Empfang hat. Wir nutzen oft die Bibliotheken um ins Internet zu kommen. Ausserdem haben wir uns gefragt für was die Einheimischen ihre Handys nutzen – ohne Empfang sind diese ja nutzlos. Starlink wäre insbesondere in Kanada keine schlechte Investition.
Telefon & Radio Das Telefon wurde definitiv nicht in Kanada erfunden. Verbindung gibt es so wenige wie Internet. Auch das Radio wird total überbewertet. Ähnlich wie Internet. Jede Playlist wird irgendwann langweilig. Bei jedem Schild das Radio anzeigt wechseln wir sofort und hören sogar zu wenn sie das Hörspiel vom Cardinal von Canterburry erzählen – Gähn….Überall sehen wir Telefonnummern um Feuer oder Tiere zu melden. Wie soll das denn gehen ohne Empfang?
Abfall Abfallkübel gibt es wirklich überall. Der Abfallkübel findet sozusagen dich. Diese sind in Alaska leider weniger verbreitet. Dafür gibt es Schilder die dich warnen wie hoch die Strafe ist, falls du den Abfall nicht im Abfalleimer entsorgst. Wir sind uns von Kanada gewohnt, dass wir unseren Abfall einfach wieder loswerden. In Alaska suchen wir sehr viel länger nach einem Abfalleimer. Es ist sowieso krass wie viel Abfall wir täglich produzieren. Die Welt hat definitiv ein Verpackungsproblem - denn Foodwaste gibt es in unserem Bus nicht. Dafür haben wir zu wenig Stauraum.Abgesehen von den Abfallbergen in den eigenen Gärten sind beide Länder sehr sauber.
Einkaufen Lebensmittel sind vor allem im Norden und in kleineren Orten sehr teuer da diese von weit her angefahren werden müssen. Gemüse wächst im Norden Kanadas keines, dafür Heidelbeeren die man mit den Bären teilen kann. Lebensmittel sind generell teuer. Das Angebot an Kleider usw. ist sehr begrenzt. Zum Glück gibt es Onlineshopping Lebensmittel sind sehr teuer. Ein 900g Mehl kostet schnell mal 5 bis 7$. Ein Liter Milch 4$. Da geht man doch viel bewusster einkaufen.
Wandern / Umgang mit Bären Viele sind alleine unterwegs beim Wandern. Bären sind ganz normal –  Angst muss man vor denen keine haben. Diese sind nur gefährlich wenn man sie überrascht. Deshalb beim Wanden immer viel Krach machen damit sie dich hören. Go Baer! Wandern ja, aber nur mit Waffe. Tiere sind zum Essen da und es ist ja ganz praktisch wenn man das Gewehr gleich dabei hat. Fleisch ist in Alaska sowieso teuer. Ein Elch reicht für ein ganzes Jahr. Bären wollen wir sehen, aber lieber nicht beim Wandern. Wir sind aber schon viel lockerer unterwegs wie am Anfang 😊
Benzin & Diesel Gemäss den Einheimischen doppelt so teuer wie noch vor 2020. Diesel ist überall zu finden. Diesel ist teils schwierig zu finden. Meist nur für Lastwagen mit zu grossen Zapfhähnen. Preislich analog Kanada. Es ist teurer geworden. Preislich ist es immer noch günstiger wie in der Schweiz. Gott sei Dank sauft unser Auto nicht so viel. Andere haben da einen ganz anderen Verbrauch. Hätten nicht gedacht, dass Diesel in den USA schwierig zu finden ist.

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