6. Woche Banff und Jasper Nationalpark

6. Woche Banff und Jasper Nationalpark

Freitag, Juni 16, 2023

Strecke: 2'333 km - Stimmung: noch immer top

Banff

Ausser bei den Verwandten und Bekannten sind wir nie lange an einem Ort geblieben. Wer Joos kennt, der weiss, dass es immer noch etwas Besseres, schöneres und tolleres auf dieser Welt gibt. Wenn man nicht weiterfährt, könnte man etwas verpassen. Und wir haben ja noch sooo viel vor. Obwohl wir schon sehr viele Kilometer hinter uns gebracht haben, ist der Anfang von unserer Panamericana Tour noch gar nicht erreicht. Diese fängt erst in Alaska an.

Banff ist sehr touristisch. Gerade weil es sehr touristisch ist, läuft im kleinen Städtchen viel. Es gibt tolle Outdoor Läden bei denen man einfach alles findet. Nach einer kleinen Shoppingtour, bei der wir den obligatorischen Bären-Spray für unsere Wanderungen kaufen, gönnen wir uns einen Caesar – das Kanadische Nationalgetränk wurde uns wärmstens empfohlen. Wir können uns gar nichts unter dem Drink vorstellen. Es schmeckt irgendwie ähnlich wie eine Bloody Marry. Sehr würzig mit einem noch würzigeren, scharfen Salzrand. 

Wir übernachten auf einem Zeltplatz direkt im Nationalpark und buchen gleich für drei Nächte. Unser Zeltplatz ist glücklicherweise fast leer, da er über keine direkten Hook ups, Wasseranschluss und Strom verfügt. Wir fühlen uns wohl, da die anderen Zeltplätze sehr voll ausgesehen haben. Offensichtlich sollen immer mal wieder Bären auf den Zeltplatz kommen. Zum einen wünschen wir uns das sehr, zum anderen sind wir auch etwas skeptisch. Insbesondere ein Grizzly soll ja nicht gerade zimperlich mit Menschen umgehen wenn er gerade keinen Bock auf uns hat.

Da wir uns in den letzten Wochen nicht so viel bewegt haben, freuen wir uns auf eine Wanderung. Wir entscheiden uns für die Wanderung zum Aylmer Lookout. Vom Lookout sieht man über den gesamten Minnewanka Lake. Zwei Haken hat die Wanderung. Zum einen ist sie ziemlich weit – 25km und zum anderen führt sie im letzten Steilstück durch eine 4 km lange Grizzly Zone. Wer die Wanderung ausgesucht hat wird hier nicht verraten. Vielleicht kommt ihr ja selber drauf.

Wir sind mit Bärenglocke und Bärenspray ausgerüstet, da kann uns ja eigentlich nichts passieren. Vor dem letzten Steilstück wartet dann auch ein tolles Schild auf uns. Wir sind uns nicht mehr so ganz sicher, ob wir dieses Gebiet wirklich durchqueren möchten und haben ein ganz mulmiges Gefühl. Insbesondere da uns ein Parkranger gesagt hat, dass man einen Grizzly nur entkommen kann, wenn man mit jemandem unterwegs ist, der noch etwas langsamer ist. Bis jetzt haben wir aber noch keine anderen Wanderer gesehen. Wir stehen also vor dem Schild und sind uns unschlüssig ob wir weitergehen sollen. Dann kommen zwei junge Amerikaner die auch zum Lookout möchten. Sie versprechen uns, die Grizzly zu vertreiben. Nun ja, da mussten wir ja fast loswandern, ansonsten hätte das komisch ausgesehen. Wir wandern also bis zum Lookout und sind froh, dass wir keinem Grizzly begegnet sind. Zum davon rennen war es definitiv zu steil und wir hätten in jedem Fall verloren. Auch gegen die Amis ☹

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Da die Kanadier den Verkehr etwas reduzieren möchten kommt man an gewisse Orte nur mit dem Bus. Wir kaufen uns also je einen Super Pass mit dem wir von Banff zum Lake Louise und Lake Moraine fahren können. Der Lake Moraine ist insbesondere speziell wegen seiner Farbe. Aus diesem Grunde ist der See auch von Touristen überlaufen. Wir machen schnell die obligaten Fotos und beschliessen eine kleine Wanderung zum Eiffel Pass. Unsere Beine sind immer noch müde von der letzten Wanderung. Also schleppen wir uns mühselig den Berg hinauf. Mit der Aussicht werden wir glücklicherweise entschädigt. Auf dem Rückweg ruhen wir uns auf einer Bank aus. Dummerweise befindet sich die Bank an der Abzweigung zum Sentinelpass. Alle Wanderer schwärmen uns vor, wie schön dieser sein soll. Das können wir uns selbstverständlich nicht entgehen lassen. Also laufen wir auch noch zum Sentinelpass. Seht selbst ob es sich gelohnt hat.  

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Das Wetter soll in den nächsten Tagen umschlagen. Jetzt wo wir uns an die sommerlichen Temperaturen von 34°C in 1500m Höhe gewöhnt haben. Wir ziehen weiter Richtung Jasper Nationalpark um den Iceway Parkway noch bei schönem Wetter zu sehen. Da wir unterdessen wirklich müde Beine haben ziehen wir das volle Touristenprogramm durch. Dem Iceway Parkway entlang - bei jedem Aussichtspunkt kurz anhalten, zwei Schritte laufen, Foto und weiter geht’s. Zirka 6 Stunden später sind wir durch den ganzen Park durch.

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Jasper

Wir entschliessen uns ausserhalb des Parks wild zu campen. Keine so gute Idee wie es sich herausstellt. Kaum haben wir unser Dach geöffnet, besuchen uns zwei nette Parkranger und machen uns auf die Regeln für Wildcamping in Alberta aufmerksam. Es ist zwar erlaubt, aber man muss einen Camping Pass buchen. Da wir nicht länger vorhaben in Alberta zu bleiben, entscheiden wir uns nochmals auf einen Camping im Nationalpark zu nächtigen. Dies kostet etwa gleich viel, bietet aber fliessend Wasser und Duschen.

Auf dem Whistler Camping bei Jasper verbringen wir zwei Nächte. Wobei wir einen Tag einfach nur auf dem Camping chillen und nichts unternehmen. Ausser Wäschewaschen und Haareschneiden. Auch das ist ganz schön, denn wir werden von Elks besucht.

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