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Woche 81: Santiago – Valparaiso – Santiago
Strecke: 565 km - Stimmung: Auf dem Land ist es so viel entspannter wie in der Stadt
Die vorderen Federn unseres Dachs sind jetzt endlich gewechselt. Jetzt fehlen uns nur noch die Hinteren. Dann ist unser Dach wieder voll funktionsfähig. In Santiago haben wir die grösste Chance die Federn zu finden. In der Strasse Diez de Julio soll es nur Läden mit Autoersatzteilen geben. Wir fragen wirklich in jedem Laden nach, doch leider passen die Federn die sie hier haben nicht. Dass in der Diez de Julio viel gestohlen wird wissen wir. Deshalb parkieren wir Ramón sicher in einer Tiefgarage. Uns wird erzählt, dass wenn man auf der Strasse parkiert alles am Auto minutenschnell geklaut wird. Dafür findet du die perfekt passenden Ersatzteile fünf Minuten später in einem Laden. Wie praktisch 😊. Von der Stadt sehen wir nicht viel und die Sucherei ist irgendwie anstrengend.
In der Stadt kann man nicht gut übernachten. Etwas ausserhalb der Stadt finden wir zwar einen teuren, dafür umso gemütlicheren Campingplatz. Irgendwie ziehen wir immer alle Hunde an. Keine Ahnung weshalb.
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Am Wochenende treffen wir uns mit Cony, einer Freundin von Joanna die sie in Texas während dem Austauschjahr kennengelernt hat. In Santiago wollen wir aber nicht bleiben. Städte sind zwar toll, aber auch immer etwas anstrengend und teuer. Deshalb fahren wir nochmals zurück an den Strand nach Valparaiso. Diese etwas kleinere Stadt war früher der wichtigste Handelshafen von Chile. Unterdessen wurde er aber von San Antonio abgelöst. Valparaiso ist sehr farbig und sieht irgendwie wie ein riesiges Kunstwerk aus. Eigentlich die perfekte Mischung aus shabby chic.
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Ausserhalb der touristischen Zone ist Valparaiso leider eher unsicher und gefährlich. Schade eigentlich, denn die Stadt hat viel Charme und lebt von vielen Kunstwerken.
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Mitten auf der Strasse werden Blumen gepflanzt. Ein einfacher Weg um Autos abzuhalten und eine Fussgängerzone zu kreieren.
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Zurück in Santiago besuchen wir zusammen mit Cony, ihrer Familie und Freunden die grösste Bodega Concha y Torro von Santiago. Der Besitzer der Bodega ist bereits 98 Jahre alt und hat keine Nachfahren. Er wäre also der perfekte Sugar- Daddy :-).
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Das Wohnhaus und den Garten würden wir sofort nehmen.
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Degustationen machen einfach mehr Spass wenn man nicht alleine ist.
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Um zu verhindern, dass die Weine gestohlen werden, verbreitete Don Melchor der Gründer von Concha y Toro vor über hundert Jahren das Gerücht, dass der Teufel in seinem Keller lebt. Die Nachricht verbreitete sich wie ein Lauffeuer und jeder, der davon hörte, hatte Angst. Niemand hat die Geschichte je bestätigt - die Legende bleibt bestehen und heute ist der Wein (Casillero del Diablo) nach der Legende benannt.
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Wenn man die Bodega besucht, wird die Legende zum Ereignis. Die Geschichte wird im Weinkeller inklusive Lichtshow präsentiert.
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Nach dem Weintasting essen wir mit der Familie und Freunden zusammen eine Parillada - die Chilenische Version unserer Metzgete.
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Die Familie Fieldhouse wohnt an so einem schönen Ort in einem Vorort von Santiago. Die 9 Millionenstadt ist zwar super nah, wenn man aber hier ist, fühlt man sich wie auf dem Land.
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Da die Familie uns sosehr verwöhnt, kochen wir auch etwas Schweizerisches für sie. Könnt ihr erraten was wir kochen? Unser improvisiertes Spätzlisieb funktioniert auf jeden Fall super gut.
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