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Woche 93: Caleta Olivia
Strecke: so wenig wie möglich und so viel wie nötig - Stimmung: etwas gelangweilt sind wir schon. Dafür können wir einiges erledigen das lange liegengeblieben ist
Du weisst, dass du in Patagonien in Argentinien bist wenn du im geschlossenen Auto liegst (ohne geöffnetes Dach) und fast seekrank wirst weil es das Auto bei Windgeschwindigkeiten von 180km/h durchschüttelt. Ja, der Wind ist krass und unberechenbar. Mal heiss und dann plötzlich eiskalt aber fast immer verlässlich und präsent.
Ja, wir sind immer noch in Caleta Olivia und ja, wir langweilen uns. Im Ein guter Grund mal wieder unser Auto zu waschen. Was sollen wir auch sonst so machen.
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Am Abend schauen wir noch einer Partie Strandfussball zu. Ist wohl am ehesten mit einem Grümpeliturnier bei uns zu vergleichen.
Der Wind ist omnipräsent und unberechenbar. Jedes Mal wenn wir unser Bett oben eingerichtet haben, da es mal wieder windstill ist, kommt bestimmt direkt nach dem Einschlafen die erste Sturmböhe und wir müssen doch wieder unten schlafen. Das heisst, der ganze Gerümpel den wir hinten aufbewahren, muss wieder nach vorne. Sehr nervig. Deshalb entschliessen wir uns, obwohl der Aufwand jedes Mal gross ist, fortan unten zu schlafen.
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Um uns etwas vor dem Wind zu schützen campen wir vor einem Sandhügel. Joos findet noch ein besseres Plätzchen näher am Strand etwas im Kies. Sehr schlechte Idee wie es sich herausstellt. Bis wir unseren versenkten Ramón da rauskriegen, dauert es eine Weile. Unsere Kupplung gibt nach dieser Aktion komplett auf. Wir fahren nur noch zur alten Küstenstrasse bei der der Windschutz noch etwas grösser ist. Weiter trauen wir uns nicht mehr zu fahren. Die Geräusche tönen alles andere als gesund.
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Beim neuen Platz sind wir ziemlich nahe bei den Seelöwen die wir anfangs gar nicht gefunden haben. Eigentlich hätten wir nur dem Geruch nachgehen sollen. So schön kuschelig wie sie eigentlich aussehen riechen sie leider nicht. Schon von weitem kommt uns ein sehr bissiger Fischgeruch entgegen. Igitt, die Pinguine haben schon sehr streng gerochen, aber dieser Geruch übertrifft alles 😊.
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Unterdessen haben wir auch die ersten Wale gesichtet. Leider sind sie sehr weit weg und ohne Fernglas sehen wir nur die Fontänen wenn sie das Wasser rausspritzen. Oder grosse Wellen wie nach einer Arschbombe. Sobald wir die Drohne loslassen ,sind sie natürlich wieder wie vom Erdboden verschwunden. Es ist wie man eine Nadel im Heuhaufen suchen würde. Schade, wir hätten die Wale gerne etwas von näher gesehen.
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Unser Ersatzteil soll am Donnerstagabend bei unserem Garagisten eintreffen. Deshalb buchen wir ein Airbnb damit Marcelo schon mal das Auto auseinanderbauen kann. Aber ja, wir sind in Argentinien und unser Ersatzteil trifft selbstverständlich nicht wie geplant am Donnerstagabend ein. Nächster Termin ist jetzt der folgende Dienstag. Hoffen wir mal.
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Um uns die Zeit zu vertreiben geht Simone mal wieder zum Coiffure. Das erste mal seit Nicaragua. Wurde endlich mal Zeit.
Wir wurden gefragt, wo wir die Higlights von Calta Olivia sehen. Jetzt wo wir ja schon bald dazu gehören.
Die Leute sind wirklich alle super nett. Naja, müssen sie auch. Wir sind wohl die einzigen Touristen hier und bringen Geld.
Dann gibt es ein riesiges Denkmal, den El Gorosito. Er stellt einen den Ölhahn aufdrehenden Arbeiter dar und mahnt damit den Rest des Landes welchen Beitrag Patagonien für das Wohlergehen Argentiniens durch seine Ölquellen leistet.
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Caleta Olivia nennt sich auch Hauptstadt der Wale. In den 30er- Jahren wurden die Wale in einem Schlachthof in Caleta Olivia zur Lebertrangewinnung geschlachtet. Da sich der Schlachthof etwas ausserhalb befindet konnten wir den noch nicht anschauen.
Der Wind der Wind, das himmlische Kind. Wir hassen ihn und fragen uns immer wieder wie man hier mit diesem täglichen Scheiss Gebläse leben kann.
Die Abfallmulde. Durch den Wind wird der Abfall kilometerweise überall verteilt. Hübsch anzusehen wenn die Bäume mit Plastiksäcken dekoriert sind.
Die Seelöwen: hübsch anzusehen – aber dieser Gestank 😊
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Die Panaderia ist hier sehr begehrt. Wir probieren so einiges, aber so richtig überzeugt sind wir nicht. Wahrscheinlich ist die Bäckerei so begehrt da es im Vergleich zu anderswo ziemlich günstig ist.
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Bis am Abend darf dann Ramón auch mal wieder auf einem Parkplatz vor unserem AirBnB stehen.
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Wir geniessen wieder einmal die Vorzüge einer Wohnung. Da wir nichts Anderes zu tun haben wird halt mal wieder gewaschen.
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Was uns an Argentinien aber sehr gut gefällt, ist dass hier immer und überall gegrillt wird. So hat sogar unser AirBnB ein Grill auf dem Balkon. Das nutzen wir selbstverständlich.
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